Das einsame Riff im Südatlantik: Atol das Rocas

Wolfgang Schippke, DC3MF


The old, ruined lighthouse on Atol das Rocas

Atol das Rocas, auch als Douglas Insel bekannt, befindet sich zwischen der Inselgruppe Fernando de Noronha und der brasilianischen Küste auf der mittleren amtlich festgelegten Position 03°52N und 33°49W. Das Riff zählt zum brasilianischen Atlantik Distrikt, und wird durch das Militär auf Fernando de Noronha aus verwaltet. Das Atoll hat eine Nord-Süd-Ausdehnung von 1600 Metern und eine Ost-West-Ausdehnung von 2400 Metern. Zwei größere Inseln befinden sich West-Nord-West Bereich, die größere Ilha do Ferol und die kleinere Ilha do Cementario. In das ovale Atoll gibt es nur eine Passage im Norden, die von kleinen Booten passiert werden kann. Die Lagune ist sehr seicht und von Korallenköpfen und Sandbänken durchzogen. Eine zweite Einfahrt liegt im Westen, zwischen den beiden Inseln, die aber auch nur von kleinen Booten passierbar ist.

Nach heutigen Kenntnissen ist das Atoll der Rest eines vor ca. 13.000 Jahren explodierten Vulkans. Das Atoll liegt auch heute noch in einer Zone von unterwasser Vulkanismus und seismischen Aktivitäten. Das Atoll liegt auf einem schmalen 20 bis 50 Meter tiefen Sockel, der unvermittelt in Tiefen bis zu 3600 Meter abfällt.

Ilha do Ferol, die größere der beiden Inseln, liegt auf einer mittleren Position von 03°5232"N und 33°4940"W. Die Insel ist 900 Meter von Nord nach Süd und zwischen 80 und 110 Meter breit. Der höchste Punkt sind einige Sanddünen, im südlichen Teil, die Höhen von 6 Metern erreichen. Ilha do Cementario, liegt ca. 400 Meter süd-süd-östlich von Farol, ist oval mit einer Länge von 200 und einer Breite von 150 Metern.

Beide Inseln sind mit Gräsern, Büschen und einigen wenigen Palmen bewachsen. Die Fauna besteht zum größten Teil aus kleinen Krabben, Spinnen und Sandflöhen. Sehr reichhaltig ist die Vogelwelt. Die einzige wissenschaftliche Analyse der Flora und Fauna wurde von Alexandre Alencar und Francisco José 1996 durchgeführt und publiziert. Die Autoren weisen auch auf eine endemische Art von Käfern hin, die besonders auf Cementario besonders häufig vorgefunden wird, sowie auf große Küchenschaben. In diesem Artikel wird besonders über die unzähligen Haifische berichtet, die ihre Laichplätze auf dem unterwasser Sockel haben. Auf Grund dieser Untersuchungen soll Mitte 1997 das Atoll zum absoluten Naturschutzgebiet erhoben werden. Bereits 1958 hielt sich eine Gruppe von Wissenschaftlern auf dem Atoll auf, berichteten aber nur von kleinen, extrem giftigen Skorpionen und einigen Ratten und Mäusen, die durch Havaristen auf die Inseln gebracht wurden.

Auf Ilha do Ferol steht ein 1933 errichteter, heute weitgehend verfallener Leuchtturm, sowie einige verfallene Holzhütten. Ein neuer Leuchtturm wurde in den 60ziger Jahren von der Küstenwache errichtet und befindet sich unweit des alten Gebäudes am nördlichsten Punkt der Insel. Der neue Turm ist 14 Meter hoch und im unteren Teil der Gitterstruktur befindet sich eine Rettungsstation für Schiffbrüchige. Alle 4 Wochen wird das Leuchtfeuer gewartet.

Wann Atol das Rocas entdeckt wurde, ist heute nicht mehr bekannt. Vieles spricht dafür, daß es 1501 durch den portugiesischen Seefahrer Manoel Luiz entdeckt wurde. Als 1933 der Leuchtturm errichtet wurde, fand man mehrere Holzhütten und einige Kleidungsstücke auf der Insel, die zweifelsohne von Schiffbrüchigen stammen. Was aus ihnen wurde, ist genauso unklar wie der Verbleib des Havaristen. 1978 scheiterte ein großer brasilianischer Frachter im Südost Bereich des Riffes und mußte Aufgegeben werden. Wenig später wurde das Wrack zu einem beliebten Ausflugsziel von Sporttauchern und Yachteignern.