Die
Lage der Felsen zwischen Süd Korea und Japan Alleine im Bereich um Japan gibt es derzeit drei Krisengebiete,
die Kurilen Insen, die Senkaku Gruppe und die Felsen von Tok-Do. In das
Säbelrasseln um die Felsen von Tok-Do haben sich in den letzten Jahren
neben den beiden Kontrahenten Japan und Süd Korea, auch Nord Korea
und China hinzugereiht. Dabei gibt es an diesen Felsen keinerlei Rohstoffe.
Hier geht es ausschließlich um die Erweiterung der Küstensee
Bereiche.
Die Tok-Do Inseln sind eine Gruppe aus zwei größeren
und zahlreichen kleineren Felsen zwischen Süd Korea und Japan, und
schon seit 1693 streiten beide Nationen um die Felsen mitten im Meer. Es
geht hier nicht um eine territoriale Erweiterung des jeweiligen Hoheitsgebietes,
sondern um die Sicherung Fischreicher Gewässer, der sonst weitgehend
überfischten japanischen Meer. Seit 1987 streckt auch China seine
Hände nach den Felsen aus.
Position und Geologie Die Gruppe der Tok-Do Felsen, im Japanischen Takeshima genannt, und
in Europa vielfach als Liancourt Rocks bekannt, liegen ca. 90 Kilometer
östlich der koreanischen Insel Ulung, ca. 200 Kilometer östlich
der Küste Süd Koreas und ca. 200 Kilometer nordwestlich der japanischen
Nordküste bei Hiroshima.
Die Felsgruppe besteht aus der West Insel (Seo-Do) und einer Ost Insel
(Tong-Do), die ca. 200 Meter auseinander liegen. Seit 1954 stehen einige
Gebäude und ein Leuchtturm auf der Ost Insel, deren amtlich fixierte
Position 37°14’45" N und 131°53’01"E2
beträgt. Die Gesamtfläche an Landmasse wird in unterschiedlichen
Quellen zwischen 170.000 und 220.000 m² angegeben.
Die größere, der beiden Hauptinseln ist Seo-Do. Seo-Do hat eine
Fläche von 95.000 m², ist 157 Meter hoch und hat einen Umfang
von 2.8 km. Etwas kleiner ist Tong-Do, die Fläche beträgt ca.
67.000 m² und die Höhe wird mit 121 Metern angegeben. Die zahlreichen
anderen Felsen haben zusammen eine Fläche von 19.000 m² und erreichen
Höhen zwischen 12 und 87 Metern. Insgesamt weist das ‘alles- wissende-
Küstenhandbuch’ 33 Überwasserfelsen aus, wo bei nur die beiden
größeren Inseln einen Namen haben.
Die Tok-Do Gruppe liegt auf einem unterwasser Sockel, ca. 2 auf 7 Km groß
und ist das Ergebnis starken Vulkanismus, der vor ca. 25.000 Jahren sein
Ende fand. Die Felsen sind der Ostrand eines eingebrochenen Vulkankegels,
wie amerikanische Wissenschaftler herausgefunden haben. Sowohl westlich
als auch nördlich der Felsen fällt der Meeresboden auf unter
2000 Meter steil ab, nach Süden und Osten hin auf Tiefen von 1000
bis 1200 Meter. Die
Felsen von Tok-Do, aus Norden gesehen Die Felsen leigen unmittelbar am westlichen Ende des
japanischen Sockels, nicht wie man bis 1940 annahm am östlichen Ende
des chinesischen Schelfs. Diese Tatsache ist einer der Argumente Japans,
die Felsen für sich zu beanspruchen.
Flora und Fauna Es gibt sowohl eine Flora, als auch eine Fauna aus den Felsen. Während
sich die Fauna auf einige Arten von Seevögeln beschränkt, sowie
zwei endemische Arten von Insekten, besteht die Flora aus 51 verschiedenen
Arten von Gräsern, Flechten, Moosen und blühenden 10 bis 20 cm
hohen Pflanzen, von denen 22 Arten endemisch sein sollen. Im Westen der
West Insel gedeihen einige wenige kniehohe Büsche und einige verkrüppelte
Bäumchen, die wegen des ständigen starken Windes nur entlang
der Felsen sich ausbreiten können.
Geschichte Die Entdeckungsgeschichte der Felsen geht auf das 13te Jahrhundert
zurück, als koreanische Fischer diese Felsgruppe wegen ihres Fischreichtums,
für sich beanspruchten. Damals wurde die Felsen U’san-Do genannt und
König Chijung, angehöriger der Silla Dynastie, entsprach der
Bitte und unterstellte sie dem Inselfürsten von Ullung. In den Akten
des Schreibers Yi Sa-Bu, aus dem Jahre 1312 tauchen die Inseln als Eigentum
des Fürsten zu Ullung auf, werden hier aber nicht als Privateigentum
ausgewiesen. Yi Sa-Bu beruft sich hierbei auf eine Gebietseinteilung aus
dem Jahre 512 in dem die Usankuk-Do-Tok Felsen zum Gebiet der Isabu Provinz
des Königreiches Korea (Silla Kingdom) gehörig, ausgewiesen werden.
Der erste Europäer, der die Felsgruppe besuchte, war 1791 der Britische
Kapitän James Collet3. Collet
konnte auf der Ost Insel landen und benannte die Felsgruppe als Liancourt
Rocks. (Dieser Name - Liancourt Rocks - finded sich in vielen Atlanten
auch heute noch) Nur wenig später erreichte der Britische Forscher
James Wild, die Inselgruppe und sammelte 23 unterschiedliche Arten von
Pflanzen. 1840 erschien ein russisches Kanonenboot vor der Insel und annektierte
die Felsgruppe, allerdings ist nicht bekannt ob damals Hoheitszeichen errichtet
wurden oder nicht.
Kontroverse: Kontroverse um die Felsen Zu einer ersten Kontroverse um die Felsen
kam es bereits 1667, als die Inseln von japanischen Fischern beansprucht
wurden. Bereits 1678 wurden in japanischen Karten die Felsen als japanisches
Territorium ausgewiesen. Nach dem Austausch diverser Protestnoten erschienen
1785 japanische Karten, des Geographen Hiyashi Shihae, die die Inseln wieder,
als zu Korea gehörend zeigen. Hier wurde auch erstmals der Name Takeshima
für die Inseln verwendet. 1876 weisen Unterlagen der japanischen Marine,
die Inseln als Territorium Koreas aus, das es galt erobert zu werden.
1905 wurde auf den Inseln die japanische Fahne gehißt4,
und mittels gravierter Metallplatten die Zugehörigkeit zu Japan demonstriert,
und das obwohl nur zwei Jahre vorher, das japanische Königshaus, per
Dekret (Yi Royal Edict No.41) Takeshima als Koreanisches Staatsgebiet auswies.
Nur ein Jahr später besetzte Japan auch die Insel Ullung. 1919, mit
dem Ende des ersten Weltkrieges wurde ein japanisches Kanonenboot vor den
Insel stationiert und alle drei Wochen versorgt. 1945 mußte Japan
diese besetzten Inseln an Korea auf internationalen Druck hin zurückgeben.
Da sich Japan weigerte die Inseln unverzüglich zu verlassen, wurde
sie mit Dekret 677 der UN5 dazu
gezwungen und beugten sich 1946 dem Druck von außen.
1954 baute Korea einen Leuchtturm auf der Insel, und 1955 eine in den Felsen
gesprengte Unterkunftshütte, die 1957 gegen ein gemauertes Haus auf
einer Plattform ersetzt wurde. Gegen diese Bauten protestierte Japan vor
der UNO, kam aber mit seinem Protest nicht weiter, da er wegen des Memorandums
von 1945, abgewiesen wurde.
1987 begannen erneute Proteste der Japaner gegen die Zugehörigkeit
zu Süd Korea. Im gleichen Jahr protestierte auch Nord Korea gegen
den Süden, da historisch gesehen die Shilla Dynastie eine heute Nord
Koreanische Dynastie gewesen wäre. Auch begann 1990 China Ansprüche
auf die Felsen mitten im Meer geltend zu machen. Hier wurde keine Begründung
genannt. Bis heute streiten sich vor allem Japan und Süd Korea um
die Felsen, da es im Besonderen um die Erweiterung der jeweiligen Fischerzonen
geht.
Anmerkungen:
1) Tok-Do Inseln oder Felsen zu
schreiben ist eigentlich ein weißer Schimmel, denn die Endsilbe -Do
bedeutet im koreanischen und im chinesischen Insel / Inselchen (im Japanischen
übernimmt der Zusatz -shima / -jama dies). Ich werde aber im weiteren
beim 'weißen Schimmel' bleiben, da dies in meinem Augen dem Verständis
dient. 2) vgl. The Japan Sea Handbook, The Geographer of the Navy, 1990
oder SUP165, Ministery of Defence of the USA, 1991 (Sup. I) 3) vgl. W.Schippke, "Der Historische Hintergrund des Falkland
Krieges von 1982", München, 1982 und W.Schippke, "Die Reisen
des Navigators Collet", in geo.Rev, 1987, Feb., 56-59 4) vgl. Sun Myong Kim, "Is the Japans Government the first
class one in the World? The Tok-Do Island Dispute", Pepartement of
Physics, Tennessee, 1997, 2-26 5) Act of the SCAP No.677, 1946, New York and Cairo Declaration,
1943 (based of Yi Royal Edict No.41, Tokyo, 1901)
Danksagung: Ich möchte mich besonders
bei Herrn Thomas Rösner (DL8AAM), einem guten Freund und Korrektor,
für Ratschläge und Anregungen bedanken.
Für Anregungen und Meinungen bin ich dankbar bitte
e-mail Dieser Artikel erscheint demnächst in etwas
ausführlicherer Art in der Zeitschrift 'Funkamateur', in der über
50 Artikel zu solchen und ähnlichen Themen von mir bereits erschienen
sind.