Rocas Alijos, Mexikos Felsen weit draussen

Wolfgang Schippke, DC3MF


Die Gruppe der Rocas Alijos sind eine Gruppe von drei grö-ßeren und zahlreichen kleineren Felsen, fast 300 Kilometer west-lich der Baja California. Im Um-kreis von 250 Kilometer gibt es kein Land, so daß diese Felsen urplötzlich aus den Tiefen des Meeres aufsteigen, ähnlich wie Salas-y-Gomez, oder die Peter & Paul Felsen. Die heute amt-lich festgelegte Position der Felsen wurde 1990 von Rob Schmieders Expedition auf 24°57’31"N und 115°44’59"W festgelegt.

Die Rocas Alijos sind das Ergebnis von er-starrten Lavakaminen die an dieser Stelle die Wasseroberfläche durchstoßen konnten. Im Bereich der Felsen, gibt es weitere Kamine, die aber unter dem Meeresspiegel blieben, so ein Riff, 500 Meter nordwestlich vom Südfelsen und ein weiteres Riff, ca. 800 Meter südlich davon. Der größte Felsen der Gruppe ist der South Rock, ein 40 Meter hoher Felsen mit senkrechten Wänden und einem Durchmesser von knapp 14 Metern.

Die Felsen, mitten im Meer, wurden erstmals Mitte des 16ten Jahrhunderts von spanischen Seeleuten gemeldet. Eine Karte von 1598 zeigt die Felsgruppe mit ihrem heute bekannten Namen.

Die erste genauere Beschreibung der einzelnen Felsen stammt von dem Maat und Piraten Clipperton aus dem Jahre 1704, als dieser von Mittelamerika kommend nach Norden segelte. Die erste Zeichnung der Felsen, sowie eine relativ genaue Positionsbestimmung stammt von einer 1791 durchgeführten Spanischen Expedition. 1903 scheiterte ein Guano Frachter der American Guano & Kopra LTD an den Felsen und liegt heute in 57 Meter Wassertiefe.

Die erste wissenschaftliche Expedition wurde von dem Cordell Expedition Team unter Leitung von R.Schieder 1990 durchgeführt. Hierbei wurde auch der South Rock erstmals bestiegen. Die Expedition brachte eine Fülle von Ergeb-nissen mit, die erst in den nachfolgenden Jahren ausgewertet werden konnten.

Bei dieser Expedition wurde ein weiterer unter Wasser liegender Lava-kamin gefunden, der weit westlich der eigentlichen Felsgruppe liegt, und bis auf 15 m an die Wasser-oberfläche reicht. Diese Untiefe war in den See-karten noch nicht einge-zeichnet. R.Schmieder und seine Mannschaft fand einen Tunnen, knapp an der Wasseroberfläche, die durch den South Rock reicht. Dieser ‘Gang’, so wird heute vermutet, war ein Lavakanal, der seitlich vom Hauptkanal abzweigte, aber durch Errusion seinen Kegel verlor.

Bei der Cordell-Expedition wurden neben zahlreichen Seevögeln, die die Fel-sen bewohnen, auch eine endemische Fliegenart entdeckt. Unklar ist bis heute von was sich diese Insekten ernähren.

Danksagung: Ich möchte mich bei meinem Freund Robert Schmieder (KK6EK), Leiter der Cordell-Expedition von 1990 recht herzlich für die Zurverfügungstellung von Photos und wissenschaftlichen Material bedanken.